karneval mit tieren

auf meinen schreibtisch liegt, unter der durchsichtigen schreibtischauflage, ein Foto einer von mir sehr geschätzen band. alles (vier) junge männer. mit nacktem oberkörper, schmal und unbeharrt und auf dem kopf masken. masken von tieen. also masken, die tiere darstellen sollen. also die köpfe der tiere. es ist ein frosch , eine maus, ein affe und eine katze, die mich da anschauen wo man eignetlich die glatten bubengesichter zu den glatten bubenbrüsten erwarten würde. unten drunter steht: „Evolution, baby!“ was mir gut gefällt.

an der wand hängt ein bild, dass ebenfalls menschen in tierkostpümen zeigt. aber diese kostüme sind schwerer zu bestimmen. es handelt sich hier eigentlich weniger um tiere, sondern mehr um wesen, die von zweierlei art, möglicherweise aber auch nur von zweierlei rasse ,zu sein scheinen. es gibt rote wollige mit gelben knopfaugen und schwarze etwas furchteinflössender aussehende. sie stehen jedoch- und das entspannt den modernen menschen angesichts der latenten angst vor diesesn so ganz anderen wesen, einträchtig um einen großen konferenztisch herum und zwei, offensichtlich die gewählten vertreter der jeweiligen art, reichen sich die hände über zwei kleinen flaggen, die stilisert die charakteristische körperform ihrer vertreter aufnehmen. das ist schön. und lustig.

auf meinem schreibtisch liegt auch eine zeitschrift. ihr titelbild zeigt ein junges mädchen in eiinem eselskostüm. das heißt, sie tragt den eseloverall der aus grauem und weißem fließstoff besteht und an ihren köper unförmig herunerhängt und unter ihrem arm trägt sie den überdimensionierten kopf eines comicesels. es gefällt mir, wie sie so den kopf schieflegt und ernst schaut. nicht böse, aber auch nicht geneigt sich in dieser situation ein lächeln abzuringen. und unter ihrem arm grinst der esel bis zu beiden ohren.

was steht hinter der attraktivität sich in tiere zu verwandeln, sich zu maskieren? stehen diese tiere wie in einem schamanischen ritus für bestimmte kräfte, die, nötig hätten wir es vermutlich, wir uns durch die maskerade anzueigenen versuchen oder wollen wir etwas ausdrücken, das sich irgendwo tief „in uns drin“ abspielt und zu dem natürlich niemand zugang hat und deshalb wählen wir die maske des kätzchens, um unseren mitmenschen zu zeigen, wie zärtlich, aber auch wie eignewillig wir doch eigentlich sind. wohl kaum.

vielmehr scheint mir diese art des maskierens eine affirmation der maske zu gehen. um den moment des maskierens selbst und die damit stattfindende abweichung von dem was normal, im sinne von dem was alltag ist. möglicherweise, und ich bin mir sicher, dass es sich hier um eine grobe vereinfachung handelt, stellt sich das inszenierte maskieren, im sinne eines unkenntlich machens der eigenen person, als ein, ja, tatsächlich innerhalb eines wenn man so will rituellen rahmens, stattfindendes abstandnehmen von der eigenen person dar. man ist sich für einen moment los.

wenn ich mich maskieren würde, dann möchte ich ein rotkehlchen sein oder ein eichhörchen. ich denke das wäre absolut angemessen.

6 Antworten zu “karneval mit tieren”

  1. loveandtheft Sagt:

    Die Beschreibungen finde ich sehr interessant. Ich bin ja ein neugieriger Mensch, mich interessiert, wie beschrieben wird. Das wie ist spannender als das was.

  2. loveandtheft Sagt:

    was hiesst eigntlich arfimation? ich mag tieer aber das mit der afirmartion habs eifach nit verstandne. ich bin ein schaf aber nicth so langweilig. eines mirt hornern das einen gut anrennt, wenn es nicht weiß obes noch der boss sit.

  3. loveandtheft Sagt:

    ich habe auch ein foto mit einem schaf, es ist groß und wollig und ich stehe daneben in meinem parka, den ich als ich ungefahr 8 jahre alt war, von meinem großen bruder gekriegt habe, der ihn damals schon uncool fand. der parka ist mir zu groß und ich stehe neben dem schaf, das nicht ganz so groß ist wie ich, aber breiter. es hat keine hörner und seine augen stehen leicht zur seite ab, was etwas doof aussieht. ich strecke meine hand durch das breitmaschige drahtgitter und berühre das schaf am kopf und es hebt das kinn leicht an und wir schauen beide in die kamera und wir haben beide ein bisschen angst. ich, dass mich das schaf beißt, während ich in die kamera gucke und das schaf eher so allgemein oder vielleicht, weil ich es anfasse. keine ahnung.
    jedenfalls habe ich also erfahrung mit schafen, aber ich glaube nicht, dass du das warst, denn das schaf hatte keine hörner und schien mir auch nicht aggressiv gegen irgendetwas anrennen zu wollen. vielleicht ist das der unterschied zwischen euch. das schaf schien die widerständigkeit, die noch in dir schlummert, lägst aufgegeben zu haben und, angesichts des sehr bewußten genußvollen heben des kopfes als ich es streichelte, bereits zu wissen, was affirmation ist.

  4. loveandtheft Sagt:

    Wer von euch Pfeiffenköpfen hat meinen Kommentar gelöscht? Ich versuche hier etwas Niveau reinzubringen etc. Und das ist Euer Dank?

    Ich habe eigentlich eh’ keine Zeit für Euren Scheiß. Macht ihn doch alleine. ZUm kotzen finde ich das. Ist doch wahr! Da nimmt man sich einmal Zeit und dann so etwas. Aber dieser Schaffreund, der darf wohl alles. Ich kann diesen Penner nicht aussstehen. Der kann ja keinen geraden Satz bilden.

    Und jetzt nur für Dich, Du taube Nuss: http://de.wikipedia.org/wiki/Affirmation, da kannst Du Dich mal schlau machen – habe den Artikel selbst gesichtet, wie man oben rechts sieht.

    Ich muss jetzt wieder an die Arbeit. Und dass ich noch einmal bei euch aktiv werde, könnt Ihr vergessen. Da gibt es ganz Andere, die meine Beteiligung mehr wertschätzen können (Attac in einer großen deutschen Uni-Stadt, Amesty Int., ADFC u.a.).

    Also nichts für Ungut, aber so geht es einfach nicht. Überlegt mal, was ihr da eigentlich tut. So geht es einfach nicht.

    So, ich muss jetzt wirklich los.

  5. loveandtheft Sagt:

    ähhm sorry…frankfurter schule. immer so kritisch…NA LOS, DANN GEH DOCH ZU ATTAC!

  6. bernardosoares Sagt:

    also ich personiere nur vor mich hin, wobei das inszenieren um das unbekannte unbekenntlich zu machen gefällt mir, es hat so was aktives, man fast ein Ich fühlen könnte, zu dem man jetzt tschüß sagt, ist irgendwie beruhigend, man könnte dann fast für einen moment sein …

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